Stellen Sie sich vor: Das Wohnzimmer ist frisch gestrichen, die Möbel stehen wieder, und nach dem nächsten kräftigen Regen zeichnet sich ein feuchter Fleck an der Decke ab. Auf dem Dach liegt bereits eine neue Abdichtung. Also muss die Bahn undicht sein?
Lassen Sie nicht allein wegen des Flecks eine neue Bahn bestellen. Auch Ablauf, Anschlüsse an der Attika und Rohrdurchführungen müssen geprüft werden. Der Fleck zeigt, wo das Wasser unten austritt. Die Eintrittsstelle kann ganz woanders liegen.
Klären Sie zuerst den Zustand Ihres Dachs und den Weg des Wassers. Erst dann lässt sich ein Material auswählen, das zur nötigen Reparatur passt.

Auch ein Flachdach braucht Gefälle
Eine neue Bahn macht aus einer alten Senke keine geneigte Fläche. Sie kann die vorhandene Form einfach übernehmen. Dann ist die Abdichtung neu, die Pfütze aber noch da.
Lassen Sie die Höhen messen. Ein Blick von der Terrassentür reicht dafür nicht. Wasser muss zu den Abläufen gelangen können, auch neben Aufkantungen und Gerätesockeln.
Gefälle lässt sich etwa mit einem geeigneten Gefälleestrich oder einer Gefälledämmung herstellen. Entscheidend sind Tragfähigkeit, Aufbauhöhe und der gesamte Dachaufbau. Zusätzlicher Estrich bringt Gewicht mit. Gleichzeitig verändern sich die Höhen an Türen, Attika und Abläufen.

Der Ablauf muss am Tiefpunkt sitzen
Ein hochwertiger Dachablauf nützt Ihnen wenig, wenn das Wasser daneben stehen bleibt. Lassen Sie Einbauhöhe, Anschluss an die Abdichtung und weiterführende Leitung kontrollieren.
Anzahl und Leistung der Abläufe gehören anhand der entwässerten Fläche und der angesetzten Regenbelastung bemessen. Eine Schätzung nach Augenmaß ist dafür zu wenig.
Klären Sie bei einer umlaufenden Attika auch: Wohin läuft das Wasser, wenn der Hauptablauf verstopft ist? Dafür braucht es eine passend ausgelegte Notentwässerung beziehungsweise einen Überlauf. Ihre Terrassentür darf diese Aufgabe nicht übernehmen.
SitaEasy zeigt Bauteile für Haupt- und Notentwässerung mit wählbarer Anschlussmanschette. Die Auswahl richtet sich nach Entwässerungsplanung und Dachbahn.
Und der Ablauf muss erreichbar bleiben. Wer zum Reinigen erst einen fest verschraubten Belag zerlegen muss, hat ein unnötiges Wartungsproblem.
Anschlüsse sind keine Nebensache
Lassen Sie neben der großen Dachfläche auch Bahnabschluss an der Attika, Rohrmanschette und Anschlussflansch am Ablauf prüfen. Diese weniger auffälligen Stellen gehören zur Reparaturplanung.
Aufkantung, Abschluss und Durchdringung müssen zum gewählten System passen. Geben Sie sich nicht mit „Wir ziehen noch eine Dichtstofffuge“ zufrieden. Dichtstoff erfüllt bestimmte Aufgaben, ersetzt aber keinen fachgerecht aufgebauten Anschluss.
Klimageräte, Antennen und geplante Solaranlagen gehören schon bei der Vorbereitung auf den Tisch. Jede spätere Befestigung durch die Abdichtung braucht einen eigenen, sauber ausgeführten Detailpunkt.

Erst das System, dann die Materialentscheidung
Bitumen, PVC oder TPO/FPO? Entscheiden Sie nicht allein aufgrund des Namens. Lassen Sie zuerst Untergrund, vorhandene Schichten und Ihre geplante Nutzung klären.
Die Systeme unterscheiden sich bei Verbindungstechnik, Befestigung und Materialverträglichkeit. Ein Ablauf für PVC-Bahnen passt nicht automatisch zu einer TPO-Abdichtung. Lassen Sie die konkrete Kombination prüfen.
Auch Trennlagen und die Sicherung gegen Windsog gehören dazu. Die Dicke der Bahn beantwortet diese Fragen nicht.
Ihr Angebot sollte den Aufbau mit den zugehörigen Details beschreiben. Eine Produktbezeichnung allein lässt zu viel offen.
Nasse Dämmung lässt sich nicht wegsanieren
Bei einer Haussanierung kann eine trockene Oberfläche über feuchten Dachschichten liegen. Je nach Zustand sind gezielte Öffnungen oder geeignete Feuchteprüfungen nötig, bevor feststeht, welche Schichten Sie behalten können.
Lassen Sie auch klären, ob Regenwasser eintritt oder Kondensat im Dachaufbau entsteht. Die äußere Abdichtung und eine Dampfsperre beziehungsweise Dampfbremse haben unterschiedliche Aufgaben. Lage und Ausführung der dampfbremsenden Schicht müssen zum Aufbau und zu den Innenraumbedingungen passen.
Sarnavap-500 E ist ein Beispiel einer separaten Dampfsperre für bestimmte PVC-Dachsysteme. Ihre Lage lässt sich nicht auf jeden Dachaufbau übertragen.
Einfach noch eine Lage darüberzulegen klärt keines dieser Probleme.

Eine Dachterrasse muss von Anfang an mitgedacht werden
Wenn Sie oben sitzen, laufen oder schwere Pflanzkübel aufstellen wollen, sagen Sie das vor der Beauftragung.
Belag, Schutz der Abdichtung und Lasten müssen zusammenpassen. Dazu kommen Anschlusshöhen an Türen und Rändern sowie zugängliche Abläufe. „Die Platten kommen später“ ist keine vollständige Planung.
Ein nur zur Wartung betretenes Dach stellt andere Anforderungen als eine täglich genutzte Terrasse.
Ein Angebot braucht mehr als Quadratmeter
Achten Sie auf nachvollziehbare Angaben zu Untersuchung, Untergrundvorbereitung, alten Schichten, Gefälle, Abdichtungssystem, Abläufen und Anschlüssen. Erst mit diesem Umfang können Sie den Preis einordnen.
Vereinbaren Sie auch die Kontrolle der Ausführung, bevor Details verdeckt werden. Das Prüfverfahren muss zum Dach und seiner Konstruktion passen. Abläufe selbst zu verschließen und Wasser aufzustauen wäre kein sinnvoller Eigenversuch.
Fotos der später verdeckten Anschlüsse aufbewahren. Sie helfen bei einer späteren Untersuchung erheblich.
Nach der Sanierung bleibt Wartung nötig
Lassen Sie das Dach bei sicherem Zugang vor regenreichen Zeiten und nach starken Unwettern prüfen: Laub entfernen, Abläufe kontrollieren, sichtbare Randanschlüsse ansehen.
Bleibt Wasser immer an denselben Stellen stehen, dokumentieren Sie das. Ein neuer Anstrich über dem Deckenfleck erledigt die Ursache nicht.
Sie planen Flachdacharbeiten in Istrien? Schicken Sie BUILD GRUPA Fotos von Dachfläche, Abläufen, Rändern und feuchten Stellen im Haus. Schreiben Sie dazu, ob das Dach als Terrasse genutzt wird und welche Arbeiten bereits erfolgt sind. Beim Ortstermin klären wir den notwendigen Umfang, bevor wir das Material festlegen.

