Von der Straße sieht das Haus ordentlich aus. Die Farbe ist verblasst, unter den Fensterbänken ziehen sich dunkle Streifen entlang. Da denkt man schnell: einmal neu streichen, fertig.
Dann fährt man mit der Hand über den Putz. Sie ist weiß vom Abrieb. An einer Fensterbank blättert der Anstrich, daneben läuft ein Riss nach unten.
Klären Sie vor dem Farbton, worauf die neue Farbe halten soll. Ist Ihr Untergrund fest, trocken und tragfähig, kann ein Anstrich reichen. Löst sich der Putz oder steckt Feuchtigkeit dahinter, zahlen Sie mit einem verfrühten Anstrich womöglich zweimal.

Was bleibt am Haus, was muss herunter?
Lassen Sie nicht nur die schöne Straßenseite prüfen. Fensteranschlüsse, Sockel und Bereiche unter Balkonen zeigen häufig mehr über den Zustand Ihrer Fassade.
Kreidende Farbe ist etwas anderes als Putz, der sich samt Beschichtung ablöst. Reiben und vorsichtiges Kratzen geben beim Ortstermin erste Hinweise. Hohl klingende Stellen müssen genauer untersucht werden; bei Bedarf wird der Aufbau örtlich geöffnet.
Nach geeigneter Reinigung kann eine passende Grundierung bei einem kreidenden Untergrund helfen. Lose Putzstücke klebt sie nicht wieder fest. Was keinen ausreichenden Halt mehr hat, muss fachgerecht entfernt werden.
Baumit StarColor (11.03.2026) verlangt beispielsweise einen sauberen, trockenen und tragfähigen Untergrund. Maßgeblich sind die Vorgaben der tatsächlich gewählten Beschichtung.
Streichen ist manchmal genau die richtige Arbeit
Eine gesunde Fassade muss nicht komplett erneuert werden, nur weil sie ausgeblichen ist. Ein Fassadenanstrich mit sauberer Vorbereitung kann vollkommen ausreichen.
Dazu gehören Reinigung, das Entfernen schwacher Farbreste, nötige kleine Ausbesserungen und gegebenenfalls die Behandlung von Algen. Anschließend braucht die Fläche Zeit zum Trocknen.
Grundierung und Schlussbeschichtung müssen zu Ihrem vorhandenen Aufbau passen. Die Vorbereitung gehört in die Leistung und in den Preis.

Den Riss verstehen, bevor man ihn schließt
Stellen Sie sich einen Riss an der Fensterecke vor. Er wird verspachtelt, die Wand gestrichen, alles sieht sauber aus. Bleibt seine Ursache bestehen, kann die Linie wiederkommen.
Lassen Sie Verlauf, Lage und frühere Reparaturen beurteilen. Liegt dort ein Materialwechsel? Setzt sich der Riss innen fort? Gibt es Hinweise auf Bewegung?
Für bestimmte ruhende Oberflächenrisse gibt es geeignete Beschichtungssysteme. Andere Schäden verlangen eine Putz- oder Armierungssanierung. Bei Verdacht auf konstruktive Bewegung muss ein Bauingenieur die Situation vor den Abschlussarbeiten beurteilen.
Die Breite auf einem Handyfoto allein entscheidet nicht über die Reparatur.
Algen sehen dramatisch aus
Ein grüner Belag auf der schattigen Seite bedeutet noch nicht, dass der ganze Putz schlecht ist. Entscheidend bleibt der Zustand der darunterliegenden Schichten.
Sind sie fest, werden die Beläge gereinigt und mit einem geeigneten Mittel nach dessen Anwendungsvorgaben behandelt. Einfach darüberzustreichen lässt einen wesentlichen Arbeitsschritt aus.
Prüfen Sie auch Garten und Anschlüsse: Pflanzen dicht an der Wand, tropfende Stellen und ein überlaufender Dachrinnenwinkel können die Fläche feucht halten. Erst die Rinne reparieren, dann streichen. Der Wasserdruck beim Reinigen muss zum Untergrund passen.
Feuchtigkeit am Sockel braucht eine Ursache
Blasen, abplatzende Beschichtung und weiße Ablagerungen am unteren Wandbereich sind ein Anlass zur Untersuchung.
Leitet das Pflaster Regenwasser zum Haus? Läuft eine Rinne dort aus? Gibt es einen undichten Anschluss oder Feuchtigkeit aus dem Erdreich? Die sichtbaren Spuren helfen bei der Suche, ersetzen aber keine Prüfung.
Eine diffusionsoffene Farbe kann zum passenden Aufbau gehören. Sie beseitigt keinen Wassereintritt. Lassen Sie zuerst den Weg des Wassers klären und erforderliche Details instand setzen. Danach braucht der Untergrund Zeit zum Trocknen.
Beim Wärmedämmverbundsystem nicht nur die Oberfläche ansehen
Dämmplatten, Befestigung, Armierung und Oberputz gehören zusammen. Ein kleiner Stoßschaden kann örtlich behoben werden. Größere Ablösungen oder wiederkehrende Risse verlangen eine Untersuchung des betroffenen Aufbaus.
Fragen Sie bei „Wir ziehen einfach überall neues Gewebe auf“ genauer nach. Welche Schichten bleiben tragfähig, und wie wird die Reparatur angeschlossen? Die Materialien für die Fassadensanierung müssen zum System passen.
Auch sehr dunkle Farbtöne sind auf gedämmten Fassaden zu prüfen. Sie heizen sich stärker auf; die Farbauswahl muss die Vorgaben des Systems berücksichtigen.
Eine Ausbesserung kann sich abzeichnen
Neue Farbe gleicht den Farbton an, nicht automatisch jede Struktur. Im Streiflicht kann eine fachgerecht ausgeführte Stelle sichtbar bleiben.
Entscheiden Sie vor Beginn, ob Ihnen örtliche Reparaturen genügen oder eine ganze Wandfläche gleichmäßiger aussehen soll. Beides hat einen anderen Umfang und gehört entsprechend in Ihr Angebot.

Im Angebot zählt die Vorbereitung
Bei einer beschädigten Fassade reicht „Anstrich nach Quadratmetern“ nicht. Reinigung, Entfernung loser Schichten, Rissbehandlung, Reparaturbereiche und Beschichtungen sollten nachvollziehbar beschrieben sein. Gerüst, Schutz der Fenster und Außenflächen sowie Reinigung nach der Arbeit gehören ebenfalls dazu.
Trocknungszeiten müssen im Ablauf Platz haben. Ein aufgebautes Gerüst macht einen feuchten Untergrund nicht streichfertig.
Schicken Sie BUILD GRUPA eine Gesamtansicht und Detailfotos von Rissen, Abplatzungen, Sockel und Fensteranschlüssen. Schreiben Sie dazu, ob sich die Schäden nach Regen verändern und was bereits repariert wurde. Bei der Besichtigung in Istrien klären wir mit Ihnen, was erhalten bleiben kann und welcher Arbeitsumfang dazu passt.

