Alte Fassade: Wann reicht eine Sanierung, wann lohnt sich ein neues System?

Besichtigung einer alten Hausfassade vor der Sanierung

Stellen Sie sich zwei Häuser in derselben Straße vor. Beim ersten ist die Farbe verblasst, neben der Haustür fehlt etwas Oberputz. Das zweite wirkt gepflegter. Bei der Prüfung zeigen sich dort aber abgelöste Schichten und Risse auf mehreren Wandflächen.

Am ersten Haus kann eine gezielte Reparatur reichen. Am zweiten verdeckt ein Anstrich womöglich nur den Schaden.

Entscheiden Sie nicht allein nach dem Alter Ihrer Fassade. Lassen Sie zuerst klären, welche Schichten noch funktionieren. Möchten Sie Schäden beseitigen oder zusätzlich die Wärmedämmung verbessern? Das sind unterschiedliche Aufträge.

Prüfung des alten Putzes an einer örtlichen Öffnung

Alt heißt nicht unbrauchbar

Geeigneter, fest haftender Putz kann bleiben. Eine mangelhaft ausgeführte Fassade wird dagegen nicht allein deshalb brauchbar, weil sie erst wenige Jahre alt ist.

Lassen Sie Beschichtung, Putz, Feuchtigkeitsspuren und Anschlüsse an Fenstern, Balkonen und Sockel prüfen. Bei einem Wärmedämmverbundsystem gehören Dämmplatten, Armierung und Befestigung dazu.

Reiben, Kratzen und Abklopfen geben erste Hinweise. Bei unklarem Befund sind örtliche Öffnungen oder geeignete Prüfungen erforderlich. Vom Gartentor aus lässt sich der Aufbau nicht vollständig beurteilen.

Wann eine gezielte Sanierung reicht

Denken Sie an einen undichten Anschluss an einer Fensterbank. Wasser schädigt dort eine begrenzte Putzfläche. Ist die Umgebung tragfähig, muss deshalb nicht automatisch Ihre gesamte Fassade entfernt werden.

Zuerst wird der Anschluss instand gesetzt. Dann entfernen wir beschädigtes Material und bauen die Stelle mit geeigneten Produkten wieder auf. Ähnlich lässt sich bei einem einzelnen Stoßschaden vorgehen.

Die technische Reparatur kann örtlich begrenzt sein, während die Schlussbeschichtung eine ganze Wandfläche umfasst. Eine andere Körnung der Ausbesserung kann trotz gleichem Farbton sichtbar bleiben. Klären Sie vor Beginn, welches Erscheinungsbild Sie erwarten.

Zwischen Ausbessern und komplettem Neubau

Es kann sinnvoll sein, tragfähige Teile zu erhalten und dennoch größere Bereiche der Oberfläche oder Armierung zu erneuern. Der Umfang der Fassadenarbeiten richtet sich nach dem Befund und dem bestehenden System.

Ein neues Gewebe über alles zu ziehen, behebt keine schwache Verbindung darunter. Es muss klar sein, was fest bleibt und wie die erneuerten Schichten angeschlossen werden.

Wiederkehrende Schäden verlangen mehr Prüfung

Ablösungen an mehreren Stellen, erneut auftretende Risse oder Wasser hinter den Schichten sind Gründe für eine umfassendere Untersuchung.

Liegt der Fehler im Oberputz, in der Armierung oder bei Dämmung und Befestigung? Davon hängt ab, ob ein Teil des Aufbaus erneuert werden kann oder mehr entfernt werden muss.

Eine pauschale Altersgrenze hilft Ihnen bei dieser Entscheidung nicht. Bei Hinweisen auf Bewegung im Mauerwerk ist vor den Fassadenarbeiten eine konstruktive Beurteilung nötig. Dämmplatten reparieren keine Tragstruktur.

Anbringen der Dämmung an einer vorbereiteten Außenwand

Auch fester Putz kann eine ungedämmte Wand bedecken

Eine optische Sanierung verbessert die Oberfläche, ergänzt aber keine fehlende Wärmedämmung. Bei einer langfristigen Haussanierung lohnt sich deshalb die Prüfung eines neuen Wärmedämmverbundsystems.

Dämmung, Befestigung, Armierung und Oberputz müssen als zusammengehöriger Aufbau geplant werden. Übernehmen Sie die Dicke nicht vom Nachbarhaus. Lassen Sie Ihre Außenwände, die übrige Gebäudehülle und Anschlussdetails berücksichtigen.

Kalte Ecken oder Schimmel sind dabei kein eindeutiger Nachweis für einen reinen Fassadenfehler. Feuchtigkeit, Lüftung und Wärmebrücken gehören in die Untersuchung.

Ein neues WDVS kann unter Umständen auf dem alten aufbauen

Ein bestehendes System muss nicht grundsätzlich vollständig entfernt werden. Die Aufdopplung ist bei geeigneten Voraussetzungen eine Möglichkeit.

Dafür sind der vorhandene Aufbau und der tragende Untergrund zu prüfen. Neues System, Befestigung und Anschlussdetails müssen dazu passen. Den alten Aufbau allein zur Einsparung von Abbruch und Entsorgung zu belassen, reicht als Begründung nicht.

Die Fachrichtlinie HUPFAS: ETICS na ETICS (2022) behandelt die Prüfung des vorhandenen Systems. Sie ersetzt weder die Planung noch die Angaben des gewählten Herstellers.

Prüfung einer Steinfensterbank vor der neuen Dämmung

Mehr Dämmung verändert Fensterbank und Sockel

Mit zusätzlicher Dämmung verschiebt sich die äußere Wandfläche. Lassen Sie deshalb Fensterbänke, Laibungen, Dachanschlüsse, Fallrohre, Sockel und Befestigungen für Geräte oder Leuchten kontrollieren.

Stellen Sie sich vor, die neue Dämmung ist schon montiert und erst dann fällt die zu kurze Steinfensterbank auf. Solche Punkte sollten vor der Materialbestellung geklärt sein.

Lassen Sie bei Ihrem Haus in Istrien alle Seiten prüfen, einschließlich Balkonen, Steinfassungen und Anbauten.

Angebote müssen dasselbe Ziel beschreiben

Eine Reparatur und ein neues gedämmtes System liefern unterschiedliche Leistungen. Vergleichen Sie Erhalt, Rückbau, Untergrundvorbereitung, Anschlüsse, Gerüst, Schutz und Entsorgung.

Ausführliche Produktnamen helfen wenig, wenn die Vorbereitung der alten Wand offenbleibt. Auf dieser Wand soll der neue Aufbau schließlich halten.

Schicken Sie BUILD GRUPA Gesamtansichten und Details von Ablösungen, Rissen und Feuchtigkeit. Schreiben Sie dazu, ob Dämmung vorhanden ist und welche Reparaturen bereits erfolgt sind. Beim Ortstermin klären wir mit Ihnen, was erhalten werden kann und welcher Umfang Ihrem Ziel entspricht.